Stammapostel in Dornhan

Foto: Johannes Unger – Dornhan

„Du bist mein!“ – Die Predigt unseres Stammapostels in Dornhan


Man kann wahrlich von einer Überraschung sprechen, als wir am 14. August 2022 einen Gottesdienst mit unserem Stammapostel Jean-Luc Schneider in Dornhan erleben durften. Mit vielen Emotionen und der wohl einmaligen Möglichkeit, sich am Ende des Gottesdienstes noch persönlich von ihm zu verabschieden, konnten wir alle dieses segensreiche Erlebnis auf uns wirken lassen. Doch welche Herzstücke lassen sich aus dem Dienen unseres Stammapostels erschließen?
Am Anfang seiner Predigt teilte uns der Stammapostel mit, dass er an diesem Sonntag ursprünglich in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gewesen wäre, dies aber den vor Ort herrschenden Bedingungen und dem Krieg geschuldet nicht umsetzbar war. Dabei wies er deutlich auf das Leid, welches die Menschen in der Ukraine täglich durchleben müssen, und auf die Ängste, mit denen sie momentan konfrontiert werden, hin. Auch brachte er zum Ausdruck, dass auf globaler Ebene in vielen Ländern und Gebieten unserer Erde Unfrieden und Not eine präsente Rolle einnehmen. Ab und an könnten wir Menschen doch dann kein Verständnis mehr dafür aufbringen, warum Gott all das Elend wohl nicht lindert. Demzufolge erwähnte er, dass aus menschlicher Sicht dann häufig hinterfragt wird, aus welchem Hintergrund Gott sich in solchen Situationen nicht einhakt, und für Frieden sorgt. Hierbei können Glaubenszweifel einen gewissen Raum in unserer Seele einnehmen und wir stellen somit in Frage, ob es Gott überhaupt gibt. Eine wirkliche Begründung, warum Gott diese Handlungen zulässt, gibt es für uns Menschen nicht wirklich. Wenn wir nun aber in der Bibel genauer nachlesen, so würden wir erkennen, dass schon zur damaligen Zeit die Menschen von jeglichen Zu- und Umständen geplagt wurden. Ein Beispiel hierfür führte unser Stammapostel mit dem jüdischen Volk im Alten Testament an. Damit wolle er gewiss die heutigen Notsituationen nicht verharmlosen, dennoch eines klar betonen: „Ich möchte daran erinnern, dass der Helfer noch immer größer ist als die Not.“ Der Gottesdienst beruhte auf dem Bibelwort Jesaja 43, Vers 1: „„Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“ In seiner Predigt thematisierte der Stammapostel des Weiteren, dass der Prophet Jesaja seinem Volk in dem Exil die wertvolle Botschaft vermittelte, dass es das erwählte Volk Israel sei. Jakob hat zur damaligen Zeit die Prophezeiung erhalten und um den Segen gekämpft, den er dann auch bekommen hat. Schließlich schaffte unser Stammapostel einen gewissen Zusammenhang zu der heutigen Zeit, als er darauf aufmerksam stimmte, dass Gott auch heute noch seinem Volk Zeichen gibt. Gott ruft jedem einzelnen von uns ins Gedächtnis, dass er jeden von uns geschöpft hat, uns einen Weg bereitet hat und uns auf diesem Weg stets begleitet. Der Stammapostel verdeutlichte unsere Glaubensüberzeugung, dass jeder von uns geboren wurde, weil es Gottes Wille war, dass es uns gibt. Zudem hat der Stammapostel der Glaubensgemeinde einen entscheidenden Appell mit auf die Wege gegeben: Immer wieder sollen wir uns alle bewusstwerden, dass alles in Gottes Hand liegt. Denken wir darüber nach, wie der Herr sein Werk geschaffen hat. Er hat bei jedem einzelnen von uns bei der Taufe, bei der Versiegelung, bis hin zur Konfirmation angeklopft. Der dreieinige Gott sorgte dafür, dass uns die Erbsünde abgewaschen wurde und
dass wir die Chance dazu haben, als Erstlinge in sein Reich einzuziehen. Bei der Versiegelung hat uns unser Herr in einer Gemeinde als Gotteskinder aufgenommen, in der wir uns immer geborgen fühlen können. Auch bei der Konfirmation hat er uns bei unserem Namen gerufen, dass wir ihm unser Gelübde abgeben konnten, ihm ewig treu zu bleiben und dem Bösen zu entsagen. Gott lenkt und leitet alles. Selbst heute ist er noch stets vertraut mit dem irdischen Leben eines jeden einzelnen. Er besitzt das läufige Wissen darüber, wie es uns geht und wer wir sind. Er weiß, wie wir im Moment handeln und in der Vergangenheit gehandelt haben. Doch egal was je geschah und wie wir je gesündigt haben, er sagt zu uns: „Komm!“ Nicht zu vergessen sind die Lebensabschnitte, in denen wir hilflos sind und selbst nicht wissen, wie es mit unserem Leben einmal weitergehen soll. Zukunftsängste und Sorgen prägen dann unseren Alltag, aber unser Stammapostel verkündigte uns: „Mach dir keine Sorgen! Gott sagt dir: Du bist mein! Ich werde für dich sorgen! Ich habe dir eine Verheißung gegeben, und ich werde sie ausführen.‘“ Eng damit verknüpft wurde in seiner Predigt verdeutlicht, was Segen wirklich bedeutet. Segen ist nicht auf materielle Dinge zurückzuführen, sondern darauf, dass Gott uns Kraft gebe, im Glauben treu zu bleiben. Mit all diesen tiefgründigen Schwerpunkten, die in seinem Dienen lagen, möchten wir nun zuversichtlich und demutsvoll in die Zukunft blicken. Danken wir unserem himmlischen Vater, dass er uns diesen Gottesdienst geschenkt hat!

Leonie Späth